Die gute alte Zeit
admin am 11. November 2009
Neulich war wieder einer dieser Tage, an dem man die Zeit zurückdrehen möchte. Während eines routinemäßigen Festplattenchecks kam es zum Absturz des Rechners. Nun sind die Daten auf der Festplatte nicht mehr lesbar. Kein großes Problem, wenn nur Betriebssystem und Software betroffen wären, die kann man schließlich einfach mit den Original-CDs neu installieren. Das eigentlich Ärgerliche an so einem Vorfall sind die persönlichen Daten, die dabei verloren gehen: E-Mails und Kontaktdaten, Dokumente und Fotos haben sich ins digitale Nirvana verabschiedet. Doppeltes Pech, wenn man die Daten nicht per Backup oder anderweitig gesichert hat, dann sind die Files nämlich endgültig unwiederbringlich. Das ist besonders im Bezug auf die digitalen Fotos katastrophal, denn mit den Bits und Bytes verschwinden nicht bloß Pixel, sondern wertvolle Erinnerungen.
Immer mehr Leute fotografieren digital, die Bilder werden dann auf dem Computer archiviert. Im Laufe der Zeit kommen leicht Tausende Fotos auf den elektronischen Speicher, wo man sie prinzipiell für sicher aufgehoben hält. In meinem persönlichen Fall sind durch das Desaster die Schnappschüsse mehrerer Jahre zerstört worden. Darunter die Welpenfotos meiner Hündin und unzählige Weihnachtsfeiern und Geburtstagspartys. Wie gern wäre ich da ein Stück in der Zeit zurückgegangen, um die Bilder auf DVD oder auf einer externe Festplatte zu sichern. Ich kam allerdings auch nicht umhin, eine gewisse Ironie in dieser Situation auszumachen, denn obwohl der technische Fortschritt alles besser und einfacher machen soll, wären meine Erinnerungen auf die altmodische Weise besser aufgehoben gewesen: ausgedruckt auf echtem Foto-Papier und in einem Foto-Album oder Fotobuch aufbewahrt.
Altmodisch aber ganz und gar nicht von Gestern
Das Anschauen der Fotografien auf dem Bildschirm ist ohnehin nicht wirklich mit dem Blättern in echten Fotos vergleichbar, es fehlt einfach die Ruhe und Gemütlichkeit. Schon die schier gigantische Menge an Schnappschüssen, die man mit Digitalkameras produziert lässt das Betrachten mehr zu einer Art Foto-Zapping werden, bei dem man durch die einzelnen Aufnahmen hetzt, ohne ihnen die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihnen gebührt. Kein Vergleich zum gemeinsamen Kaffeeklatsch mit Freunden und Verwandten, bei dem man auf dem Sofa sitzend über alte Geschichten lacht und Fotobuch oder -Album wie den Schatz behandelt, der es ist. Auf diese Weise sind die Bilder nicht nur gut aufbewahrt, die spezielle Art der Auseinandersetzung mit den Fotos während eines solchen Zusammentreffens ist an und für sich schon eine Wiederbelebung der Erinnerungen und neben dem Bild wird der ganze Anlass, zu dem es aufgenommen wurde, wieder vor unserem geistigen Auge lebendig.
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